Prävention statt Intervention

Innovative theaterpädagogische und künstlerische Angebote als theaterpädagogische Prävention, eingebettet in den Regelunterricht – theatrales Lernen als Bestandteil moderner, ganzheitlicher Prävention und Bildung

Mit freundlicher Unterstützung des Rats für Kriminalprävention der Stadt Ludwigshafen und der BASF SE

Die Herausforderung

Schulen sind zentrale Lebensräume, stehen jedoch vor massiven Herausforderungen durch Mobbing, Gewalt und soziale Ausgrenzung. Das AdREM Jugendtheater begegnet diesem Bedarf mit TiLU®, einem langfristigen theaterpädagogischen Präventionsprogramm für die Klassen 3 bis 12.

Ludwigshafen weist als Industriestadt spezifische soziale Herausforderungen auf, darunter einen hohen Migrationsanteil und soziale Brennpunkte. Schulen melden vermehrt Mobbing, Respektlosigkeit und Überforderung des Personals. Es fehlen niederschwellige, langfristige Angebote, die soziale Kompetenz spielerisch im Regelunterricht verankern. TiLU® schließt diese Lücke durch präventive Intervention.

TiLU® steht für eine Prävention, die keine theoretische Belehrung sein darf, sondern eine körperliche und emotionale Erfahrung sein muss. Wenn ein Kind im geschützten Raum der Bühne lernt, vom „Opfer“ zum handelnden Akteur zu werden, verändert das nicht nur eine Szene – es verändert seine Haltung zum Leben. So eröffnen wir Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, den Wunsch nach einem menschlicheren Miteinander in gelebte Schulkultur zu verwandeln.

Unser Ansatz

Im Zentrum steht die Performative Didaktik. In multiprofessionellen Tandems aus Theaterpädagogik und Lehrkraft verwandeln wir Klassenräume in Labore für soziale Kompetenz. Durch Methoden wie Forumtheater nach Augusto Boal und Gewaltfreie Kommunikation (GFK) verlassen Schülerinnen und Schüler die Zuschauerrolle und erproben aktiv Lösungen für Konflikte.

Das modulare System ICH – GRUPPE – RESPEKT stärkt:

  • Selbstwirksamkeit
  • Demokratiebildung
  • Partizipation
  • Inklusion

Durch die Verbindung von Forumtheater und Gewaltfreier Kommunikation wird Prävention körperlich erlebbar. Wir bieten keine theoretische Belehrung, sondern ein Labor für soziale Kompetenz, in dem Kinder und Jugendliche in einem geschützten Raum reale Handlungsalternativen zu Mobbing, Gewalt und Ausgrenzung erproben können.

Nachhaltigkeit und Wirkung

TiLU® setzt nicht auf kurzfristige Impulse. Die mehrjährige Laufzeit ermöglicht eine tiefe Verankerung in den Pilotschulen. Die kontinuierliche wissenschaftliche Evaluation durch die Hochschule Ludwigshafen und die Pädagogische Hochschule Heidelberg sichert die Qualität und macht den sozialen Impact messbar.

Durch den gezielten Methodentransfer an Lehrkräfte bleibt die Wirkung über die Projektlaufzeit hinaus bestehen. TiLU® integriert nachhaltige soziokulturelle Werte fest in den Schulalltag – für ein respektvolles Miteinander ohne Barrieren.

Gesellschaftliche Relevanz und Inklusion

Die Performative Didaktik baut Sprachbarrieren ab und ermöglicht Schülerinnen und Schülern – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Beeinträchtigung – eine aktive und gleichberechtigte Teilhabe.

Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung stärkt TiLU® das demokratische Miteinander, die Zivilcourage und den sozialen Zusammenhalt am Bildungsstandort Ludwigshafen.

Unser Lösungsansatz: Präventiv-szenisches Training

Das TiLU®-Programm bricht klassische 45-Minuten-Strukturen auf. In multiprofessionellen Tandems aus Lehrkraft und Theaterpädagog:in erarbeiten wir in 90-minütigen Einheiten nachhaltige Verhaltensänderungen.

Methodik

  • Forumtheater
  • Improvisation
  • Gamification statt Auswendiglernen

Zielgruppe

Fokus auf Kinder und Jugendliche in prägenden Übergangsphasen der Klassen 3 bis 12, insbesondere in Sozialräumen mit besonderem Bedarf an Gewalt- und Mobbingprävention, einschließlich Kindern mit Sprachbarrieren oder sozialer Benachteiligung.

Inhalte

Ein modulares Programm vom ICH über die GRUPPE bis hin zum gemeinsamen künstlerischen Projekt.

Inklusion als Grundprinzip

Das TiLU®-Konzept ist von Grund auf inklusiv konzipiert. Da die Maßnahmen im gewohnten Klassenverband innerhalb des Regelunterrichts stattfinden, erreichen wir alle Schülerinnen und Schüler in ihrer vertrauten Umgebung.

Physische Barrierefreiheit

Wir nutzen ausschließlich ebenerdig zugängliche Räume oder Aulen mit Aufzug. Unsere mobilen Bühnenelemente sind so konzipiert, dass sie barrierefrei in das Raumkonzept integriert werden können.

Kommunikative Barrierefreiheit

Die Methode der Performative Didaktik minimiert sprachliche Barrieren. Da der Fokus auf körperlichem Ausdruck, Mimik und Spielhandlung liegt, ermöglichen wir auch Kindern mit geringen Deutschkenntnissen oder kognitiven Beeinträchtigungen eine gleichberechtigte Teilhabe.

Soziale Inklusion

Durch den Verzicht auf Leistungsdruck und starre Drehbücher schaffen wir einen bewertungsfreien Raum, in dem Diversität als kreative Ressource und nicht als Hindernis erlebt wird.

Die wissenschaftliche Begleitung evaluiert gezielt die Beteiligungsquote vulnerabler Gruppen, um Teilhabebarrieren kontinuierlich weiter abzubauen.


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