Fragen und Antworten zum TiLU-Programm
Was macht AdRem Jugendtheater?
AdRem Jugendtheater arbeitet an der Schnittstelle von Theaterpädagogik, Prävention, kultureller Bildung und städtisch anerkannter Jugendhilfe. Die Auszeichnung mit dem 2. Landespräventionspreis 2026 unterstreicht die fachliche Qualität dieser Arbeit.
1. Abgrenzung zur schulischen Pflichtaufgabe
TiLU ersetzt keinen regulären Unterricht, keine schulische Pflichtaufgabe und keine Schulsozialarbeit. Das Projekt wird als zusätzliches, externes theaterpädagogisches Präventionsangebot im schulischen Kontext umgesetzt.
Die Schule stellt den Zugang zur Zielgruppe und den organisatorischen Rahmen her. Die inhaltliche Konzeption, Durchführung, Vor- und Nachbereitung, pädagogische Steuerung, Dokumentation und Qualitätssicherung liegen jedoch bei AdRem Jugendtheater gUG bzw. den eingesetzten theater- und sozialpädagogischen Fachkräften.
TiLU nutzt den schulischen Kontext, weil dort Kinder und Jugendliche niedrigschwellig, alltagsnah und ohne soziale Ausgrenzung erreicht werden können. Gerade Kinder, die freiwillige außerschulische Angebote selten wahrnehmen würden, können so erreicht werden.
2. Warum findet TiLU in Schulen statt?
TiLU findet im schulischen Umfeld statt, weil Kinder und Jugendliche dort täglich soziale Situationen erleben: Gruppe, Klasse, Konflikte, Rückzug, Ausgrenzung, Sprache, Körpersprache, Selbstbehauptung und gemeinsames Handeln.
Das Projekt setzt genau an diesen Alltagserfahrungen an. Es schafft einen geschützten Übungsraum, in dem Kinder und Jugendliche mit theaterpädagogischen Methoden Selbstvertrauen, Ausdrucksfähigkeit, Empathie, Konfliktfähigkeit und respektvolles Miteinander erproben können.
Der schulische Kontext ist deshalb nicht als Ersatz für Unterricht zu verstehen, sondern als wirksamer Zugangsort für Prävention, soziale Entwicklung und Teilhabe.
3. Kostenplausibilität / Personalkosten
Der größte Kostenanteil entsteht durch die kontinuierliche pädagogische Durchführung des TiLU-Programms. Das Projekt arbeitet nicht mit einzelnen Kurzimpulsen, sondern mit wiederkehrenden Einheiten, festen Gruppen- bzw. Klassenverbänden und qualifizierten theater- und sozialpädagogischen Fachkräften.
In den Personalkosten enthalten sind nicht nur die direkte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, sondern auch Vor- und Nachbereitung, Abstimmung mit Schulen, Einsatzplanung, Dokumentation, Reflexion, Monitoring, projektbezogene Leitung und Qualitätssicherung.
Diese begleitenden Leistungen sind notwendig, damit TiLU nicht als einmalige Aktion, sondern als verlässliches, pädagogisch verantwortetes Präventionsprogramm umgesetzt werden kann.
4. Sachmittel / Begleitkosten
Die Sachmittel beziehen sich ausschließlich auf projektbezogene Kosten. Dazu gehören unter anderem Kreativmaterial, Requisiten, Arbeits- und Dokumentationsmaterial, projektbezogene Raumnutzung, Technik, Eltern- und Schulinformation, Öffentlichkeitsarbeit, Ergebnistransfer, Fortbildung, Supervision und fachliche Reflexion.
Diese Kosten dienen unmittelbar der Umsetzung, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des TiLU-Projekts. Es handelt sich nicht um allgemeine Verwaltungskosten oder laufende Betriebskosten der Organisation.
5. Reichweite: Wie werden die Kinder und Jugendlichen erreicht?
TiLU erreicht Kinder und Jugendliche über die Zusammenarbeit mit Ludwigshafener Schulen. Das Projekt arbeitet mit Klassen- und Gruppenverbänden und erreicht dadurch nicht nur einzelne bereits interessierte Kinder, sondern auch Kinder und Jugendliche, die sonst nur schwer Zugang zu kulturellen oder präventiven Angeboten finden würden.
Die genaue Reichweite ergibt sich aus der Anzahl der beteiligten Klassen, Gruppen, Jahrgänge und Projektbausteine pro Schuljahr. Zusätzlich entstehen indirekte Wirkungen über Lehrkräfte, Elterninformationen, Schulgemeinschaft und den Transfer der Projekterfahrungen in den Alltag.
6. Zielgruppe
TiLU richtet sich an Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre an Ludwigshafener Schulen, mit besonderem Schwerpunkt auf Grundschulen und jüngeren Altersgruppen.
Im Mittelpunkt stehen Kinder und Jugendliche, die von Unsicherheit, Rückzug, Sprachhemmungen, Ausgrenzung, Konflikten, geringer Selbstwirksamkeit oder belastenden sozialen Gruppensituationen betroffen sind. TiLU arbeitet bewusst nicht stigmatisierend, sondern erreicht die Zielgruppe über gemeinsame Klassen- und Gruppenarbeit.
Dadurch können auch Kinder in belasteten Lebenssituationen teilnehmen, ohne gesondert markiert oder herausgestellt zu werden.
7. Präventive Wirkung
TiLU wirkt präventiv, weil Kinder und Jugendliche soziale Situationen nicht nur besprechen, sondern körperlich, sprachlich und emotional erproben. Theaterpädagogische Übungen, Rollenspiele, Improvisation, Körper- und Stimmarbeit sowie gemeinsame Szenenarbeit ermöglichen Erfahrungen von Selbstwirksamkeit, Perspektivwechsel, Empathie und Konfliktlösung.
Kinder üben, Gefühle auszudrücken, Grenzen wahrzunehmen, andere Meinungen auszuhalten, zuzuhören und Verantwortung in der Gruppe zu übernehmen. Dadurch stärkt TiLU zentrale Schutzfaktoren gegen Rückzug, Ausgrenzung, Eskalation und gewaltförmige Konfliktdynamiken.
8. Thema „Gewalt“
TiLU versteht Gewaltprävention nicht nur als Reaktion auf körperliche Gewalt, sondern als frühzeitige Arbeit an Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Selbstwahrnehmung, Grenzachtung und Konfliktkultur.
Viele Konflikte beginnen mit Missverständnissen, Ausgrenzung, Abwertung, Sprachlosigkeit oder fehlender Fähigkeit, eigene Gefühle angemessen auszudrücken. TiLU setzt genau hier an: Kinder und Jugendliche lernen, Konflikte wahrzunehmen, Rollen zu wechseln, andere Perspektiven einzunehmen und alternative Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
9. Thema „seelische Belastungen“
TiLU ersetzt keine therapeutische oder psychologische Behandlung. Das Projekt bietet jedoch einen stabilen, geschützten und pädagogisch begleiteten Erfahrungsraum, in dem Kinder Selbstvertrauen, Ausdrucksfähigkeit, Gruppenzugehörigkeit und emotionale Orientierung entwickeln können.
Gerade bei Unsicherheit, Rückzug, Sprachhemmung, Scham, Ausgrenzung oder geringer Selbstwirksamkeit können theaterpädagogische Methoden eine entlastende und stärkende Wirkung entfalten. Die Kinder erleben: Ich werde gesehen, ich habe eine Stimme, ich kann mich ausdrücken und ich kann Teil einer Gruppe sein.
10. Wirkungsmessung / Nachweisbarkeit
Die Wirkung von TiLU wird projektbezogen dokumentiert. Dazu gehören Beobachtungen während der Einheiten, Rückmeldungen der beteiligten Lehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte, Feedback der Kinder und Jugendlichen sowie interne Reflexion und Auswertung durch das Projektteam.
Beobachtet werden insbesondere Veränderungen in Ausdrucksfähigkeit, Beteiligung, Gruppendynamik, Konfliktverhalten, Selbstvertrauen, Kooperationsfähigkeit und Bereitschaft zum Perspektivwechsel.
Die Dokumentation dient sowohl dem Nachweis gegenüber Förderern als auch der fachlichen Weiterentwicklung des Programms.
11. Qualifikation des Projektteams
TiLU wird von qualifizierten theaterpädagogischen, künstlerischen und sozialpädagogisch erfahrenen Fachkräften umgesetzt. AdRem Jugendtheater gUG verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Ludwigshafen sowie in der Verbindung von Theaterarbeit, Persönlichkeitsentwicklung, Gruppenarbeit und Prävention.
Die eingesetzten Fachkräfte bringen Erfahrung in der Arbeit mit Gruppen, Kindern und Jugendlichen, kreativen Prozessen, Konfliktthemen, Ausdrucksarbeit und pädagogischer Reflexion mit.
12. Eigenanteil
Der Eigenanteil wird durch AdRem Jugendtheater gUG bzw. ergänzende Eigenmittel, Spenden, Unterstützungsleistungen oder weitere Förderanteile abgesichert. Damit übernimmt die Organisation einen eigenen finanziellen Beitrag und zeigt, dass das Projekt nicht vollständig von einer einzelnen Förderung abhängig gemacht wird.
Der Eigenanteil dient zugleich dazu, die Umsetzung abzusichern und die Verantwortung der Organisation für das Projekt deutlich zu machen.
13. Nachhaltigkeit nach drei Jahren
Die dreijährige Förderung soll TiLU nicht nur ermöglichen, sondern strukturell stabilisieren. Ziel ist es, das Projekt fachlich weiterzuentwickeln, feste Kooperationen mit Schulen aufzubauen, Abläufe zu standardisieren und langfristige Anschlussmöglichkeiten zu schaffen.
Nach Ablauf der Förderung sollen die aufgebauten Strukturen genutzt werden, um TiLU über weitere Förderer, kommunale Partner, Schulen, Stiftungen oder regionale Unterstützer fortzuführen. Die mehrjährige Projektlaufzeit ist wichtig, um aus einem erfolgreichen Projektansatz ein verlässliches regionales Präventionsangebot zu entwickeln.
14. Landespräventionspreis Rheinland-Pfalz
TiLU wurde im Mai 2026 in Mainz mit dem 2. Preis des Landespräventionspreises Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Diese Auszeichnung bestätigt die fachliche Relevanz und präventive Qualität des Ansatzes.
Der Preis zeigt, dass TiLU nicht nur als kulturelles Angebot verstanden wird, sondern als wirksames theaterpädagogisches Präventionsprogramm für Kinder und Jugendliche. Entsprechende Nachweise, Presseinformationen oder Dokumentationen können bei Bedarf nachgereicht werden.
15. Kurze Gesamtantwort bei allgemeiner Rückfrage
TiLU ist ein zusätzliches, externes theaterpädagogisches Präventions- und Bildungsangebot im schulischen Kontext. Es ersetzt keinen Unterricht und keine schulische Pflichtaufgabe, sondern nutzt die Schule als niedrigschwelligen Zugangsort, um Kinder und Jugendliche direkt in ihrer Lebenswelt zu erreichen.
Durch Theaterpädagogik, Rollenspiel, Körper- und Stimmarbeit, Improvisation und Gruppenprozesse stärkt TiLU Selbstvertrauen, Ausdruck, Empathie, Konfliktfähigkeit, Perspektivwechsel und demokratisches Miteinander.
Die beantragten Kosten entstehen vor allem durch qualifizierte pädagogische Durchführung, Vor- und Nachbereitung, Schulkoordination, Dokumentation, Monitoring und Qualitätssicherung. Ziel ist eine dreijährige Stabilisierung des Projekts an Ludwigshafener Schulen mit nachhaltiger regionaler Wirkung

